Tennis beim TSV Rintheim

Die Tennisabteilung des TSV Rintheim weist derzeit etwa 200 Mitglieder auf, die sowohl im Breiten- als auch im Mannschaftssport organisiert sind.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Allgemeine Herren- und Damentennis (AHT, beziehungsweise ADT), das jeweils Montag 19.00 – 20.30 Uhr stattfindet und Freizeitspielern die Möglichkeit bietet, mit Gleichgesinnten Doppel oder Einzel zu spielen. Zudem wird vor allem neuen Mitgliedern ein Treffpunkt geboten, beim gemütlichen Getränk nach der sportlichen Betätigung Kontakte zu knüpfen und Termine für weitere Spiele auszumachen.

Den Einstieg für Kinder und Jugendliche in den weißen Sport ermöglicht ein spezielles Programm, das ein „Reinschnuppern“ ins Tennis ohne größere Kosten und Verpflichtungen bietet. Wer Interesse hat, ob Neueinsteiger, Fortgeschrittener oder ambitionierter Mannschaftsspieler, in unserer Tennisabteilung ist für jeden Spielertyp und jede Interessenlage etwas geboten.

Bitte nutzen Sie die Gelegenheit, einen Sport zu beginnen, den Sie von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter mit viel Spaß ausüben können. Für weitere Informationen und Rückfragen stehen Ihnen unsere Ansprechpartner gerne und hilfreich zur Verfügung. 

Kurzchronik der Tennisabteilung

Am 27. März 1974 haben sich 50 interessierte Mitglieder des TSV Rintheim zur Gründung der Tennisabteilung getroffen. Unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden des TSV Rintheim, Herbert Schade (heutiger Ehrenvorsitzender) fand die Gründungsversammlung statt.

Die erste Abteilungsleitung wurde gewählt, der Abteilungsleitung der ersten Stunde gehörten an: 

Abteilungsleiter: Helmut Hahn
Kassier: Heinz Reinacher

Ende April 1974 wurde mit dem Bau der ersten vier Tennisplätze und den notwendigen Einrichtungen begonnen. Anfang Juli standen dann die Plätze für den Spielbetrieb bereit.

In den folgenden Jahren wurde die Platzanlage um weitere 3 Plätze erweitert. Der Tennispavillon mit den Umkleide- und Sanitäreinrichtungen ersetzte schließlich das anfängliche Provisorium mit den Bauwagen.

Aufgrund engagierter Jugendarbeit und ehrenamtlichen Einsatzes erfreut sich Tennis im TSV Rintheim wieder vermehrten Zuspruchs.  

Geschichte des Tennissports

 Vor dem Versuch die Geheimnisse des weißen Sports zu ergründen, ist ein Ausflug in die Geschichte des Tennissports äußerst reizvoll. Obwohl sich auch heute noch viele über den Ursprung dieses Ballspiels streiten, gibt es keine Rätsel über die Herkunft des heutigen Tennissports : Wenn man der "Ystoire du roy Apollonius de Tire" Glauben schenken will, einem Roman, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Norden Frankreichs entstand, ist Apollonius von Tyrus der älteste aktenkundige Tennisspieler. Der Anachronismus der Ystoire beweist lediglich, dass in der zweiten Hälfte des 13 Jahrhunderts auf den Marktplätzen von Artois, sowohl in der Pikardie, als auch im französischem Teil Flanderns, Tennis in der Weise gespielt wurde wie sie dem Königssohn aus Tyrus angedichtet wird. Über das Spiel selbst erfahren wir nicht viel, außer dem Hinweis auf den Austragungsort - einem freien Platz in der Mitte der Stadt - enthält diese erste Tennisreportage noch die weitere Aussage, dass der Ball aus schwieriger Lage durch den Rückschläger zurückbefördert werden mußte, und dass es dazu großer Schnelligkeit bedurfte.

Die ernsthaften Forscher sehen allerdings im französischen "Jeu de Paume" dem Schlagen des Balles mit der flachen Hand, den einzigen Vorläufer des weißen Sports Gespielt wurde vorwiegend an königlichen Höfen und in fürstlichen Hallen, die Wände der Hallen wurden dabei in das Spiel miteinbezogen. Beim "Jeu de Paume" benutzte man zunächst die flache Hand und später die mit Darm- oder Lederschnü- ren bespannten "Raquettes". Noch bei der Schlagausführung erschallte der Ruf „Tenez", „da nehmen Sie"! Daraus entstand dann das Wort " Tennis".

Grundsätzlich kämpften die Höflinge um 60 Sous, damalige französische Währung, für ein Jeu (Spiel), das vier Punkte umfaßte. Der einzelne Punkt kostete 15 Sous. Bald verschwand die Zahl 60 (4x15) zugunsten des damit identischen "Jeu ". Man rief dieses Wort laut aus, sobald der Sieg feststand. Während die Franzosen an dieser Vierteilung festhielten, machten sich die Engländer an die Vereinfachung der Zählweise heran. Das Spiel um Geld verschwand, und "Fourtyfive" zu rufen, das lag den Briten überhaupt nicht. Man sagte einfach 40. Um bei einem ausgeglichenen Kampf nicht bis 90:90 zählen zu müssen, erdachten die Engländer die Bezeichnung des Spielstandes mit Advantage (Vorteil) und Deuce (Einstand).

Das heutige Tennis wäre allerdings ohne die Erfindung des luftgefüllten Balls unmöglich. Warum setzten gerade die Engländer all ihre Vorstellungen ungehindert durch? Das Geheimnis hieß Wimbledon! Dieses Turnier am 9. Juli 1877 erstmals ausgetragen, nach den Regeln von Major Walter C. Wingfield, nur für Herren, wurde als All-England-Meisterschaften im Lawn-Tennis (Rasentennis) bezeichnet. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich dieses Turnier im Vorort Londons zum Tennismittelpunkt der Welt. Aus einer zunächst mit nur englischsprechenden Teilnehmern durchgeführten Veranstaltung kristallisierten sich die „inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaften“ heraus, durchgeführt vom "All England Lawn Tennis and Croquet Club“. Was die erfahrenen Gentlemen in diesem Club erdachten und realisierten, galt zu allen Zeiten und in allen Erdteilen als das einzig wahre Tennis-Evangelium. Erst in den letzten drei Jahrzehnten wagten es einige nicht im "All England Club“ sitzenden Experten, den Briten zu widersprechen und einige Neuerungen anzupreisen. 

Tennis in Deutschland

Dass der alte Name für das Reich der Preußen " Borussia“ von einem sagenhaften Volkshelden namens Boris herrühre, ist ein ziemlich grober Irrtum, wie jeder Tennisfan seit Wimbledon 1985 bestätigen kann. Die Deutschen sind im Tennissport wahre Spätzünder gewesen. Erstmalig in einem in Köln 1477 erschienen Druck sind Einträge enthalten, welche bezeugen, dass man am Niederrhein das Tennisspiel zumindest vom Hörensagen kannte. Im Gegensatz zum Tennisspiel am Rhein, das aus den Niederlanden den Weg zu uns gefunden hatte, steht das Spiel im Ballhaus, in welchem nicht das Tanzbein, sondern das Racket geschwungen wurde. Das Ballhaus war eine vorwiegend süddeutsche Einrichtung, die aus Frankreich stammt, gefördert vor allem durch französische Hugenotten, die zu einem Zeitpunkt ihr Land verlassen mussten, als die Begeisterung für das "Jeu de Paume" dort seinen Höhepunkt erreichte. Die Ballhäuser der ersten Stunde befanden sich in Frankfurt, Nürnberg, Heidelberg und Halle, und die ersten Ballmeister waren, wie Fecht-, Tanz- und Reitlehrer, fast ausnahmslos Franzosen. Es ist daher keine Frage, dass die Konversation während des Spiels in Französisch geführt wurde. Nur wer das Tennisfranzösisch aus irgendeinem Grunde noch nicht beherrschte, durfte sich im Ballhaus auf „Tennisdeutsch“ unterhalten. Wie in Frankreich und England blieb das Tennisspiel dem Adel vorbehalten. Erst die Sprösslinge des wohlhabenden Bürgertums lernten im 16. Jahrhundert das Spiel an den Universitäten kennen. Der Deutsche Tennis-Bund wurde 1902 in Berlin gegründet. Die erste deutsche Wimbledonsiegerin war 1931 Cilly Aussem. Berühmte deutsche Spieler waren Otto Froitzheim (Olympia-Zweiter 1908, Weltmeister 1912, Wimbledon-Finalist 1914), Freiherr Gottfried v. Cramm (Wimbledon-Finalist 1935, 1936 und 1937), Heinrich Henkel (sechsfacher Deutscher Meister im Einzel, Wimbledon-Endrundenteilnehmer 1938). Mit Wilhelm Bungert (Wimbledon-Finalist 1966) begann eine neue Ära für den Deutschen Tennis-Bund, diese wurde mit den großen Erfolgen von Steffi Graf, Boris Becker, Michael Stich bis heute durch Nicolas Kiefer, Rainer Schüttler und Tommy Haas fortgesetzt.